Was ist mein Unternehmen Wert?

Zankapfel Betriebsbewertung: Zwei gängige Verfahren im Überblick

 

 

 

 

 

 

Die Frage, welchen Wert eine Firma hat, führt bei Nachfolgeregelungen immer wieder zu Meinungsverschieden-
heiten. Einen objektiven Unternehmenswert gibt es in der Praxis nicht. Die Senior-Chefs sehen nicht nur die Sachwerte, sondern auch die Arbeit, die sie all die Jahre in das Geschäft investiert haben. Der Käufer dagegen denkt vor allem daran, was er mit dem Betrieb in Zukunft erwirtschaften kann. Eine rechtlich verbindliche Vorgehens­weise für die Unternehmensbewertung gibt es nicht. Wissenschaft und Praxis haben eine Reihe unterschiedlicher Verfahren entwickelt. Hier die wesentlichen Merkmale der beiden gängigsten  Methoden:


Ertragswertverfahren

"Beim Ertragswertverfahren wird der Unter­nehmenswert auf Basis der zukünftigen Einnahmenüberschüsse ermittelt", erklärt Bert Mangels, Referent im Geschäftsbereich Existenzgründung und Unternehmensförderung der IHK Mittlerer Niederrhein. "Entscheidend ist, welche Erträge das Unternehmen in den nächsten Jahren erwirtschaften kann, um so­mit den investierten Kaufpreis mittelfristig abzudecken." Die Ertragskraft und damit die Kapitaldienstfähigkeit sind bei einer Unterneh­mensnachfolge von wesentlicher Bedeutung. Der Nachfolger muss aus den erwirtschafteten Erträgen nicht nur die im Unternehmen erfor­derlichen Investitionen, sondern auch Zins­- und Tilgungszahlungen aus der Kaufpreisfinan­zierung leisten.

Die Ertragswertmethode berücksichtigt die An­lagealternativen des Käufers, der mit seinem Kapital entweder das Unternehmen erwerben oder sein Geld am Kapitalmarkt anlegen kann. Als Grundlage der Unternehmensbewertung werden die Betriebsergebnisse der vergangenen drei Jahre, des laufenden Geschäftsjahres sowie die Planzahlen der nächsten zwei Jahre heran­gezogen. Hierbei sollten die Gewinne vor Steu­ern gewählt werden. Im ersten Schritt wird nun das Betriebsergebnis der Vergangenheit um au­ßergewöhnliche und einmalige Aufwendungen und Erträge (z.B. das kalkulatorische Gehalt von Familienangehörigen oder Versicherungsentschädigungen) korrigiert. Der Durchschnitt der korrigierten und geplanten Betriebsergebnisse stellt den zukünftig zu erwartenden Gewinn dar.

Im zweiten Schritt wird der künftig zu erwar­tende Gewinn mit dem Kapitalisierungszinssatz abgezinst. Der Kapitalisierungszinssatz legt jene Verzinsung fest, die der Kapitalgeber un­ter Beachtung alternativer Kapitalanlagen mit vergleichbarem Risiko vom Bewertungsobjekt erwartet. Diese Zinsen stellen die Mindestver­zinsung dar, die das Unternehmen erwirtschaf­ten muss. "Dabei ist die Höhe des Kapitalisie­rungszinssatzes von großer Bedeutung", betont Mangels. "Dieser Zinssatz besteht in der Regel aus zwei Komponenten: einem Basiszinssatz, der die Verzinsung einer alternativen Kapitalan­lage etwa in sicheren Staatsanleihen darstellt, und einem Risikoaufschlag für das unterneh­merische Risiko." Der Kapitalisierungszinssatz entscheidet über den veranschlagten künftigen Gewinn. Der Unternehmenswert errechnet sich nun, indem der zu erwartende Gewinn (nach­haltige Ertrag) durch den Kapitalisierungszins­satz geteilt wird.

"Das klassische Ertragswertverfahren ist vor al­lem bei kleinen Unternehmen beliebt", erklärt Bert Mangels. "Allerdings lassen sich mit diesem Verfahren grundsätzlich nur Tendenzaussagen erzielen." So besteht Unsicherheit über den richtig angesetzten Kapitalisierungszinssatz und über die Höhe der künftig zu erzielenden Erträge. Die Gewinne des Vorgängers können hier nur einen Anhaltspunkt für den Erfolg des Nachfolgers geben, da die Wettbewerbsverhält­nisse sich im Laufe der Zeit ändern können und die unternehmerischen Fähigkeiten des Verkäu­fers und des Käufers variieren.

 
Discounted-Cash - Flow-Methode

 
Das Bewertungsprinzip der Discounted-Cash­-Flow-Methode (DCF-Methode) ähnelt dem Ertragswertverfahren sehr stark: Eine Über­schussgröße wird auf den Gegenwartswert abgezinst. "Doch im Unterschied zum Ertrags­wertverfahren wird bei der DCF-Methode der zukünftige Cash-Flow als Basis herangezogen", erläutert Mangels. Der Cash-Flow zeigt an, weI­cher eigenerwirtschaftete Betrag im Unterneh­men etwa für Investitionen, Kredittilgungen, Steuern oder den Ausgleich von drohenden Engpässen zur Verfügung steht.

Der Cash-Flow kann auf unterschiedliche Weise berechnet werden. Beispielsweise kann er aus der Gewinn- und Verlustrechnung abgelesen werden. Einfach ausgedrückt ist der Cash-Flow die Differenz zwischen den unternehmensbe­zogenen Einnahmen und Ausgaben innerhalb einer bestimmten Periode. "Somit sagt der Cash-Flow mehr über die Finanzkraft eines Unternehmens aus als der Gewinn beziehungs­weise Ertragswert", so Mangels. Wenn ein Un­ternehmen beispielsweise ein Produkt oder eine Leistung verkauft, wird dieser Verkauf als Ge­winn im Unternehmen verbucht. Dies bedeutet aber noch lange nicht, dass der Kunde auch bereits bezahlt hat. Der Cash-Flow spiegelt also den Kapitalfluss eines Unternehmens wider.

Bei der DCF-Methode wird nun der ermittelte Cash-Flow, hochgerechnet für drei Planjahre, auf den heutigen Kapitalwert abgezinst und stellt damit einen Unternehmenswert dar. "Die DCF-Methode wurde von Wirtschaftsprüfern entwickelt, ist ein rein zukunftsorientiertes Ver­fahren und wird vor allem bei größeren Unter­nehmen angewandt", erläutert Bert Mangels. "Für die Zwecke der Bewertung von kleinen und mittleren Unternehmen scheint die Methode wenig geeignet, da die Abweichung zum Kapi­talmarktzins nicht eindeutig berechnet werden kann."

Der IHK-Experte gibt grundsätzlich zu beden­ken, dass die Berechnungen letztlich von der Marktlage, den Faktoren Angebot und Nach­frage, abhängig sind: "Was nützt dem Seniorchef die schönste Kalkulation, wenn
der Käufer schlicht nicht bereit ist, diese Summe zu zahlen. In der Regel dienen die Berechnungen nur als Verhandlungsgrundlage." 

 

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